Testbericht Suunto

Spartan Sport Wrist HR

 

 

Montag, 3. Juli 2017

 

Testbericht: Suunto

Die modern anmutende Spartan Sport Wrist HR Uhr mit ihrem schlichtem Design ist trotz Ihrer Größe sehr angenehm zu tragen. Dazu trägt zum Einen das geringe Gewicht von nur 74g als auch das angenehm zu tragende Silikonarmband bei. Nach kurzer Ein- stellung der aktuellen Zeit und einer Quick-Start Einweisung ist sie auch schon einsetzbar. Die übersichtliche Menüführung und verständlichen Symbole erleichtern den Schnellstart. Die Multifunktionsuhr ist mit 80 Sportprogrammen ausgestattet, darunter auch meine Favoriten die ‚Abenteuerprogramme’ wie Skitour, Bergsteigen und Klettern. Darüberhinaus findet man natürlich auch die alltäglichen Sportarten wie Laufen, Radeln und Schwimmen wieder. Besonders gut gefällt das farbige und hochaufgelöste Display, welches sich auch bei grellen Lichtverhältnissen sehr gut lesen lässt. Der Touchbildschirm funktioniert in der Regel gut, manchmal ist die Reaktion jedoch etwas träge. Fast alle Funktionen lassen sich durch die Aktionsknöpfe aufrufen, was auch eine gute Handhabung mit Handschuhen z.B. bei einer Hochtour oder Klettersteig im (fast) vollem Umfang ermöglicht. Als kleines Manko erweist sich jedoch, dass die Uhrzeit nur über das Touchdisplay abrufbar ist bzw. bei Benutzung der Seitenknöpfe, zuerst die Pausenfunktion gewählt werden muss. Eine nützliche Funktion ist auch die Bildschirmsperrung über diese Seitentasten.

 

Die Batterielaufzeit beträgt laut Hersteller bei bester GPS-Genauigkeit ca. 10 Stunden, die im Normalfall einer Bergtour ausreichend sind. Für längere Touren hat man die Möglichkeit das GPS-Signal über die Frequenz herabzusetzen und somit Akkuleistung zu sparen. Dieser praktische Trick verlängert die Laufzeit auf ca. 16 Stunden. Bei unserer Testtour auf die Zugspitze zeigte die Sportuhr nach intensiver Benutzung von etwa 6,5 - 7h Stunden noch knapp 20% Akkuleistung an. Dabei hatten wir das GPS Signal auf die beste Empfangsqualität eingestellt und die Herzfrequenzmessung im 24/7 Modus mitlaufen lassen. Gleichzeitig lief noch die Navigation und die Trackaufzeichnung (Brotkrümmel) mit, sowie die Verbindung über Bluetooth zum Smartphone. Bei längeren Bergtouren empfiehlt es sich also den Funktionsumfang etwas zu beschränken. Positiv ist dabei, dass man somit sehr individuell die Laufzeit der Uhr beeinflussen kann. Der GPS Empfang und die Herzfrequenzmessung über das Handgelenk funktionierten während der Testtour durchgängig zuverlässig. Dabei ist es sehr angenehm, dass der Brustgurt zur HR-Messung während der sportlichen Betätigung nicht mehr zwingend erforderlich ist. Um ein exaktes Ergebnis der HR-Messung zu erzielen, ist darauf zu achten die Uhr wie angegeben eng zu tragen. Führt man die Anweisung nicht so aus, ergeben sich bei der Messung Schwankungen. Der GPS Empfang wurde auf unserer Tour kurzzeitig am Klettersteig unterbrochen, während in der Klamm das GPS Signal überraschenderweise durchweg ausreichend war. Auch die Höhen-angabe erschien über die gesamte Tour plausibel. Die finale Endhöhe der Zugspitze mit 2962m wurde auf den Meter genau bemessen. Für Bergtouren wäre dennoch ein barometrischer Höhenmesser geeigneter, da sich daraus auch Wetterveränderungen ablesen lassen.

 

Die Trainingsergebnisse lassen sich in geringen Umfang auf der Uhr auswerten, eine umfangreichere Auswertung erhält man jedoch mit der Movescount App von Suunto. Darüber kann man vorab die eigenen Sportarten auswählen und für diese spezielle Einstellungen vornehmen. Über die App lässt sich jeder Sportart eine gesonderte Displayanzeige zuordnen, die AutoStop-Funktion und die GPS-Empfangsqualität steuern. Allgemeine Einstellungen wie Gewicht, Alter und Herzfrequenzzonen lassen sich ebenfalls über die App vornehmen. Die Movescount App ist sehr ansprechend gestaltet und bereitet damit auch Sportlern Freude, die sich nicht so gerne mit der Datenauswertung beschäftigen.

 

Ein besonderes Feature der Movescount App ist die Erstellung eines Movies über die zurückgelegte Strecke mit Höhenmeter- und Zeitangaben unter Berücksichtigung von Tages-und Nachtzeiten. In einem 60 Sekunden Movie kann man sich die Bergtour drei- dimensional visualisieren lassen, welcher sich dann mühelos über Whats App oder Facebook teilen lässt. Ein wirklich tolles Feature, um die zurückgelegte Tour anderen Sportbegeisterten näher zu bringen. In unserem Video sieht man sehr gut den kontinuierlichen GPS-Empfang, worüber ich sehr begeistert bin. Ebenso über die nützliche Funktion die Uhr mit dem Smartphone mittels Bluetooth zu koppeln und somit eingehende Whats-App Nachrichten und Anrufe abzulesen. Dass die Sportuhr auch im Profibereich Anwendung findet, zeigen die zusätzlichen Funktionen wie PTE und EPOC. Aus dem PTE-Wert lässt sich die Trainingsintensitit auf einer Skala von 1-5 ablesen. Der EPOC-Wert zeigt an wieviel Sauerstoff nach dem Training aufgenommen werden muss. Aus diesen beiden Werten lässt sich somit eine Aussage zur notwendigen Erholungszeit treffen und ein Trainingsziel genauer steuern. Ganz unten im Menü zeigt die Uhr dann in Stunden die erforderliche Regenerationszeit an, die ich gefühlt als etwas zu hoch ansehe. Beispielsweise wird nach unserer Testtour auf die Zugspitze etwa 120h Stunden Erholung empfohlen. Im Normalfall würde ich nach 1-2 Tagen Ausruhen, das Training wieder aufnehmen.

Fazit: Eine zuverlässige und gut bedienbare Uhr, die außergewöhnlich viele Sportarten mit speziell angepassten Funktionen abdeckt. Für den Bergsport wäre jedoch ein barometrischer Höhenmesser sinnvoll, um über den Luftdruck das Wetter analysieren zu können. Des Weiteren wäre bei einem importierten Track eine Karte mit Höhenlinien wünschenswert, um die Orientierung im Gelände zu erleichtern.

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