Felsklettern

Da alles gut klappte, waren wir als auch unser Kletterlehrer Jaro sehr motiviert weiterzulernen. Das nächste Kapitel wurde dann jedoch etwas komplexer, Standplatzbau, Seilkommandos, Abseilen waren dann doch ganz schön viele neue Themen die uns ordentlich forderten. Am nächsten Tag stand unsere erste Mehrseillängentour an, so dass wir entschlossen früh ins Bett gingen, um auch nochmal die Theorie in Ruhe durchzugehen.

Gut gestärkt nach dem Frühstück steigen wir in die erste Seillänge der geplanten 6 Seillängen ein. Die gesamte Tour sollte eigentlich nur 4 Stunden dauern, so dass wir zum Mittagessen wieder unten sein sollten. Daraus wurde leider ganz knapp nichts. Die erste Mehrseillängentour stellte sich als echte Herausforderung dar. Die Standplätze waren nicht so einfach zu finden, der Stressfaktor durch die Ausgesetztheit war relativ hoch und das Standplatzbauen so des öfteren fehlerhaft oder mit zu wenig Material ausgestattet. Selbst unser sonst entspannter Kletterlehrer hat da mal kurz die Geduld verloren, als er uns seinen letzten Schraubkarabiner zur Verfügung stellte. Völlig ausgehungert erreichten wir den Gipfel, um uns dann zügig an den Abstieg zu machen.

Wir haben es gerade noch pünktlich zum Abendessen geschafft. Erst nach dem Essen werteten wir die Tour aus und waren auch ein wenig Stolz auf uns. Egal wieviel Fehler wir gemacht haben - diese werden uns nicht nochmal passieren. Da Jaro noch kein hunderprozentiges Vertrauen in unser Sicherungswissen hatte, vereinbarten wir eine Fortsetzung des Kletterkurses mit ihm im August. Bis dahin hieß es für uns üben üben üben, so dass wir des öfteren in der Kletterhalle, an der Zellenwand oder in Brauneck anzutreffen waren. Für den zweiten Teil des Kletterkurses sah das Wetter nicht vielversprechend aus, so dass wir ausmachten Touren von München aus zu starten. Samstag ging es in die Zillertaler Alpen, wo neu angelegte Routen mit verheißungsvollen Namen wie die 'Gebrochene Rippe' auf uns warteten. Nach kurzer Theoriewiederholung kletterten wir los und es klappte alles reibungslos oder viel mehr 'reibungsvoll', so dass auch noch ein paar Bilder zwischen drin schießen konnten. Motiviert fuhren wir am zweiten Tag zum Konstein - ein stattlicher Kletterfelsen in 4 Seillängen zu erreichen - westlich von Ingolstadt. Allerdings stellte sich dieser als deutlich anspruchsvoller heraus. Das fing schon mit der ersten Seillänge an, die keine Zwischensicherungen anbot. Hier legten wir selbst Hand an, indem wir Klemmkeile setzten. Am Ende der zweiten Seillänge scheiterten wir jedoch im Vorstieg an einer Schlüsselstelle die äußerst ausgesetzt war. Nach mehreren Versuchen waren wir fix und fertig und wollten lieber runter statt rauf. Doch Jaro wollte die Kletterei so nicht einfach beenden und stieg folglich vor und siehe da, im Nachstieg klappte die Stelle dann einigermaßen. Wieder mal auf den Boden der Tatsachen gelandet - naja Klettern ist halt nichts für Weicheier und was will man schon nach dem vierten Mal Klettern erwarten. Wir bleiben dran ! Da es noch nicht genug Aufregung für einen Tag war, seilten wir freihängend ab - zum Glück mit ausreichend Seillänge.

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