Blog_Felsklettern

Samstag, 2. September 2017

 

Neue Herausforderungen - Klettern am Fels

 

Seit ein paar Wochen versuchen wir die Bergwelt in der Vertikalen zu erklimmen und es wird nun mal Zeit darüber ein paar Worte zu verlieren. Unser erster Felskontakt begann Anfang Mai diesen Jahres durch den bereits im November gebuchten Kletterkurs des Deutschen Alpenvereins am Gardasee. Wir freuten uns sehr auf mediterranes Flair, Kraxeln, Pizza und den Gardasee.

Doch wurden wir nach Ankunft in Italien gleich auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt, da unser Kletterlehrer unser Können abfragte. Wir mussten gestehen noch keinerlei Klettererfahrungen zu haben außer einem zweistündigen Schnupperkurs. Normal wäre das der Punkt die 'Nichtkönner' wieder nach Hause zu schicken, da wir aber aus der Gruppe alle den gleichen 'Nicht-Kenntnisstand' hatten, passte unser Lehrer das Lehrprogramm an uns an. Schnell war klar für den Gardasee würde keine Zeit mehr bleiben. Fordernd aber auch geduldig bekamen wir die Basics vom Indoorkletterkurs beigebracht, zum Glück konnten wir wenigsten ein paar Knoten vom Hochtourenkurs anwenden. Bereits am zweiten Tag ging es für uns an die Wand - Reibungsklettern - wo wir unser am Vortag gelerntes Wissen im Vorstieg gleich anwenden konnten.Da alles gut klappte, waren wir als auch unser Kletterlehrer Jaro sehr motiviert weiterzulernen. Das nächste Kapitel wurde dann jedoch etwas komplexer, Standplatzbau, Seilkommandos, Abseilen waren dann doch ganz schön viele neue Themen die uns ordentlich forderten. Am nächsten Tag stand unsere erste Mehrseillängentour an, so dass wir entschlossen früh ins Bett gingen, um auch nochmal die Theorie in Ruhe durchzugehen.

Gut gestärkt nach dem Frühstück steigen wir in die erste Seillänge der geplanten 6 Seillängen ein. Die gesamte Tour sollte eigentlich nur 4 Stunden dauern, so dass wir zum Mittagessen wieder unten sein sollten. Daraus wurde leider ganz knapp nichts. Die erste Mehrseillängentour stellte sich als echte Herausforderung dar. Die Standplätze waren nicht so einfach zu finden, der Stressfaktor durch die Ausgesetztheit war relativ hoch und das Standplatzbauen so des öfteren fehlerhaft oder mit zu wenig Material ausgestattet. Selbst unser sonst entspannter Kletterlehrer hat da mal kurz die Geduld verloren, als er uns seinen letzten Schraubkarabiner zur Verfügung stellte. Ziemlich ausgehungert erreichten wir den Gipfel, um uns dann zügig an den Abstieg zu machen.

 

Wir haben es gerade noch pünktlich zum Abendessen geschafft. Erst nach dem Essen werteten wir die Tour aus und waren auch ein wenig Stolz auf uns. Egal wieviel Fehler wir gemacht haben - diese werden uns nicht nochmal passieren. Da Jaro noch kein hunderprozentiges Vertrauen in unser Sicherungswissen hatte, vereinbarten wir eine Fortsetzung des Kletterkurses mit ihm im August. Bis dahin hieß es für uns üben üben üben, so dass wir des öfteren in der Kletterhalle, an der Zellenwand oder in Brauneck anzutreffen waren. Für den zweiten Teil des Kletterkurses sah das Wetter nicht vielversprechend aus, so dass wir ausmachten Touren von München aus zu starten. Samstag ging es in die Zillertaler Alpen, wo neu angelegte Routen mit verheißungsvollen Namen wie die 'Gebrochene Rippe' auf uns warteten. Nach kurzer Theoriewiederholung kletterten wir los und es klappte alles reibungslos oder viel mehr 'reibungsvoll', so dass auch noch ein paar Bilder zwischen drin schießen konnten.

Motiviert fuhren wir am zweiten Tag zum Konstein - ein stattlicher Kletterfelsen in 4 Seillängen zu erreichen - westlich von Ingolstadt. Allerdings stellte sich dieser als deutlich anspruchsvoller heraus. Das fing schon mit der ersten Seillänge an, die keine Zwischensicherungen anbot. Hier legten wir selbst Hand an, indem wir Klemmkeile setzten. Am Ende der zweiten Seillänge scheiterten wir jedoch im Vorstieg an einer Schlüsselstelle die äußerst ausgesetzt war. Nach mehreren Versuchen waren wir fix und fertig und wollten lieber runter statt rauf. Doch Jaro wollte die Kletterei so nicht einfach beenden und stieg folglich vor und siehe da, im Nachstieg klappte die Stelle dann einigermaßen. Wieder mal auf den Boden der Tatsachen gelandet - naja Klettern ist halt nichts für Weicheier und was will man schon nach dem vierten Mal Klettern erwarten. Wir bleiben dran ! Da es noch nicht genug Aufregung für einen Tag war, seilten wir freihängend ab - zum Glück mit ausreichend Seillänge.