Blog_Herzogstand

Freitag, 12. Oktober 2018

 

Herzogstand und Heimgarten - anspruchsvoller Klassiker

 

Es ist Mitte Oktober und die Temperaturen und das Bergwetter sind nochmal sommerlich für dieses Wochenende angesagt. Da dies wahrscheinlich das letzte Mal für dieses Jahr so ist, stand fest wir müssen unbedingt nochmal raus. Wir hatten für Samstag Nachmittag und Sonntag allerdings schon andere Verpflichtungen, daher entschieden wir uns für einen Aufstieg nach der Arbeit am Freitag um zum Sonnenuntergang am Gipfel zu sein.

 

Im besten Abendlicht stiegen wir in unglaublicher Geschwindigkeit zur Hütte auf. Der Aufstieg fiel uns so leicht wie schon lange nicht mehr, so dass wir gut gelaunt und pünktlich an der Hütte angekommen sind. Doch für eine Aussicht mit Sonnenuntergang mussten wir noch weiter hoch. Schnell klärten wir mit der Hüttenwirtin ab, dass wir unser Zimmer später beziehen werden und sie bot uns sogar noch an die Küche etwas länger aufzulassen.

 

Eine halbe Stunde später standen wir völlig allein auf dem 1.731m hohen Herzogstand und genossen eine unglaubliche Aussicht. Der Walchensee und der Kochelsee liegen einem zu Füßen und Weitblick raubt einem den Atem. Am liebsten hätten wir auf dem Gipfel biwakiert, denn die Nacht sollte sternenklar werden und der Platz war einfach ideal dafür. Da Jacqueline aber immer noch mit ihrer Verletzung am Fuß kämpft, kam schweres Biwakgepäck tragen nicht in Frage. Mit Stirnlampe ging es also zur Hütte zurück, vereinbarten aber das wir das Biwak ganz bald nochmal nachholen werden.

Für den nächsten Tag planten wir die Überschreitung des Herzogstands über den Grat hinüber zum Heimgarten, um dann zum Walchensee wieder abzusteigen. Auch diesen Plan durchkreuzte Jacqueline's Fuß, so dass wir den Rücktritt anstelle des Rundweges antraten. Die Enttäuschung war natürlich immens, denn nach so langer Pause wäre eine anspruchsvolle Tour wünschenswert gewesen. Aber der Grat läuft ja nicht weg und die Sonnenauf- und Untergangsmomente waren phänomenal und die Anreise auf jeden Fall wert. Wenn man den beliebten Klassiker also ruhig und alleine erleben möchte, empfehlen wir einen Freitagabend Aufstieg und einen frühzeitigen Aufbruch für die Überschreitung (bevor die Seilbahn losfährt) - dann wird die Tour einmalig.