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Freitag, 27. April 2018

 

Klettersteige, Mountainbiken, Burgen und ein #108Gipfel – Kurzurlaub am Lago di Garda

 

Wir können uns nicht einfach den Strand legen. Wir brauchen Bewegung und eine Prise Abenteuer. Und wenn fast täglich noch ein wechselndes Sportprogramm ansteht, dann nennen wir das Urlaub!

 

Anfang Mai waren die Alpen noch recht verschneit. Eigentlich Hochsaison für Skihochtouren. Unsere Skier standen jedoch bereits im Keller und uns war ein wenig nach Sonne zu mute. Daher ging es Kurzerhand für einen kurzen Sporturlaub an den Gardasee.

Unser „Basislager“ buchten wir in Limone sul Garda auf dem Campingplatz „Park Garda“.

Ein kleiner Bungalow, den Julia liebevoll „Baracke“ tauft, wird für vier Tage unser Zuhause. Auf 35 m² hat man alles was man braucht. Zwei Zimmer, ein Bad und eine kleine Wohnküche. Und das Beste: Von der Terrasse blicken wir auf die Berge Südtirols und den Gardasee. Leider reicht es am Freitag aufgrund unserer späten Ankunft nur noch für einen kurzen Spaziergang durch Limone sul Garda und einer schnellen Planung für unseren ersten Urlaubstag. Das Wetter sagt Sonne, daher entscheiden wir uns für einen Klettersteig.

Tag 1: Leichter Klettersteig zum Eingewöhnen – Via Ferrata Fausto Susatti & Sentiero della Rocca

 

Der Zustieg erfolgt auf einem schmalen Weg in Richtung Gardasee. Immer wieder hat man einen tollen Ausblick auf das funkelnde blaue Wasser. Zum Gipfel des Cima Capi geht es über einen A/B-Klettersteig mit toller Aussicht auf die Berge und noch schönerem Tiefblick auf den Gardasee. Man hat auch viel Zeit, diese Ausblicke zu genießen, denn wir stehen viel im Stau. Wir sind an diesem Tag nicht die einzigen, die sich für diese Tour entschieden haben. Wahrscheinlich ist der Steig für den frühen Vogel oder den späten Wurm etwas einsamer.

Leider finden wir den Eingang in die Stollenanlage nicht, so dass wir den Cima Rocca doch über- statt durchschreiten. Trotz Stau und verlaufen, gibt es eine klare Empfehlung für diese Tour. Die Ausblicke sind einfach traumhaft.

 

https://www.outdooractive.com/de/klettersteig/garda-trentino/via-ferrata-fausto-susatti-sentiero-della-rocca/102748247

Tag 2: Sportklettersteig – Via Ferrata Rio Sallagoni, Castello di Dena, Riva sul Garda

 

Eigentlich hatten wir am Abend vorher den Monte Cadria als Ziel des Tages geplant. Doch auf dem Weg zum Startpunkt schauen wir noch einmal auf das Wetter und müssen leider feststellen, dass sich das angekündigte Gewitter ein paar Stunden nach vorn auf den Nachmittag gemogelt hat. Kurzerhand entscheiden wir uns um und fahren nach Dro für den Via Ferrata Rio Sallagoni.

Dieser mittelschwere Klettersteig ist Pflicht. Es wundert nicht, dass sich dieser Steig im Sarcatal großer Beliebtheit erfreut. Entlang von glatten Felswänden geht es durch eine Klamm, über wacklige Seilbrücken über „Abgründe“ in mitten einer grünen Oase. Landschaftlich eine wunderschöne Tour.

 

Wer nach dieser sportlichen „Kletterei“ noch Kraft hat, sollte den kurzen Aufstieg zur Burg Drena noch auf sich nehmen. Vom Turm hat meine tolle Aussicht ins Sarcatal und auf Drena.

 

https://www.outdooractive.com/de/klettersteig/garda-trentino/via-ferrata-rio-sallagoni/5406599/

 

https://www.gardatrentino.it/de/burg-drena/

 

Da sich der Himmel langsam dunkel färbt, steigen wir nach der Burgenbesichtigung ab und fahren nach Riva für Eis und Kaffee. Wir lassen am Gardasee ein bisschen die Seele baumeln und jubeln den Akrobaten beim Bike Festival zu. Irre was für Stunts man mit Rad machen kann!

Tag 3: Mountainbiketour nach Monte Velo, Castello di Arco

 

Inspiriert vom Bike Festival in Riva am Tag zuvor, steht heute Mountainbiken auf dem Programm. Eine technisch einfache, denn so oft (eigentlich nie) sind wir auf dem Mountainbike nicht unterwegs, jedoch konditionell mittelschwere Tour soll es sein. Heißt übersetzt: 1.200 hm und 30 km. Eine wird auf dieser Tour mit einem E-Mountainbike schummeln und daher bergauf eindeutig mehr Spaß haben. ;-)

In Monte Velo angekommen geht der Spaß dann endlich für alle los, als es mit einer ordentlichen Geschwindigkeit bergab wieder nach Arco geht.

 

https://www.outdooractive.com/de/mountainbike/garda-trentino/759.-monte-velo/1480775/

 

Obwohl 2/3 der Gruppe doch etwas schwere Beine haben, geht es am Abend noch hinauf auf die Burg von Arco. Wir haben Glück, um 18 Uhr schließt der Ticketverkauf und wir bekommen zwei Minuten vor Ladenschluss noch die Eintrittskarten. Die Anlage ist sehr beeindruckend. Vom höchsten Punkt ist die Aussicht auf Arco und den Gardasee bei schon tief stehender Sonne zauberhaft.

 

https://www.trentino.com/de/highlights/burgen-schloesser/castello-di-arco/

Tag 4: Fast der Gipfel des Monte Cadria

 

Nach einem Tag auf dem Rad, steht am letzten Urlaubstag endlich Bergsteigen an. Wir freuen uns auf diese Tour, denn mit 2.254 m ist der Monte Cadria der höchste Punkt der Gardaseeberge und damit ein #108Gipfel. Zugegeben, am Anfang ist die Tour recht öde. Die steile Forststraße scheint nicht zu enden und erst nach 600 hm taucht endlich das Cadriatal auf. Ab diesem Punkt ist die Tour landschaftlich lohnenswert. Die Wege werden schmaler und es geht recht steil zum Gebirgskamm hinauf. Wie auch in den deutschen Alpen, ist mitunter auch Anfang Mai am Gardasee in diesen Höhen noch Schnee zu finden. Wir schnallen uns die Grödel unter, um auf den Altschneefeldern besseren Halt zu finden. Unglücklicherweise rutscht Marc bei einem Schritt weg und haut sich eine Grödelspitze in die Wade (Merke: Ist die Verwendung von Grödeln und Steigeisen in Sicht, ist eine lange Berghose Pflicht!). Professionell legt er sich einen Druckverband auf dem „Loch“ in seinem Bein an und wir gehen weiter. Auf dem Bergkamm ist es zunächst schneefrei. Wir genießen den tollen Blick auf den Ledrosee und ins Cadriatal. Bei sonnigem Wetter ist ein Ausblick bis in die Dolomiten möglich. Wir können sie wegen dichter Wolken nur erahnen.

Zügig kommen wir voran. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit werden gefordert, am schmalen Pfad geht es ab und zu doch recht steil in die Tiefe. Nur noch 100 hm trennen uns vom Gipfel und dann liegt er plötzlich da, mitten auf dem Pfad, weiß und hoch: Schnee. Zum drüber steigen ist die Masse zu hoch und daneben ist der Abgrund. Gezwungenermaßen treten wir den Rückzug an. Zunächst ist die Enttäuschung groß und wir überlegen zurück im Cadriatal kurz, den Berg von der anderen Seite zu besteigen. Da wir jedoch die Schneesituation von unten nur erahnen können, entscheiden wir uns, die Besteigung auf das Dach des Ledrotales zu „vertagen“.

 

https://www.outdooractive.com/de/bergtour/garda-trentino/monte-cadria-und-westgipfel-gardaseeberge/14850486/

 

Auch wenn wir den Gipfel nicht erreicht haben. Hat uns der viele Schnee eine neue Idee gegeben: Wieso eigentlich nicht mal für eine Skitour an den Gardasee?